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In Costa Rica gibt es vier verschiedene Affenarten, eine davon ist der Kapuzineraffe.
Costa Rica – das ist karibische Gelassenheit im Osten, gewaltige Wildnis im Westen, ein unglaublicher Artenreichtum und ein beispielgebender Naturschutz in großen Teilen des mittelamerikanischen Landes.
Als kleiner Junge hat Carlos Mora noch jeden Morgen im Río Sierpe gebadet. „Heute will ich nicht einmal eine Zehe hier ins Wasser halten“, sagt er, kichert und flüstert: „Wegen der vielen Krokodile! Das größte ist fünf Meter lang und frisst täglich 20 Hunde.“
20 Hunde? Der 47-Jährige lacht über seinen Spruch, den er wohl regelmäßig zum Besten gibt. Dann winkt er ab und wird ernst: „Ich liebe alle Tiere – natürlich auch die Krokodile.“
Carlos Mora zeigt Touristinnen und Touristen die faszinierende Wasserlandschaft des Río Sierpe.
Mora schippert regelmäßig mit Touristinnen und Touristen an Bord durch die faszinierende Wasserlandschaft im wilden Süden Costa Ricas. Als junger Mann hat er seinen Lebensunterhalt auf dem Río Sierpe als Fischer verdient, mittlerweile ernährt ihn der Tourismus.
Gemächlich gleitet das Boot über die Wasserallee, die von Palmen, Bambus- und Bananenpflanzen gesäumt wird. Mit einer Hand am Steuer studiert Mora aufmerksam das grüne Blätterwerk, entdeckt in einer Baumkrone ein schlafendes Faultier, in einer anderen eine zusammengerollte Boa. Ein paar Meter weiter tobt eine kleine Herde Kapuzineraffen über die Äste.
Faultiere, wie dieses am Río Sierpe im Süden von Costa Rica, verbringen die meiste Zeit bewegungslos im Blätterdickicht.
Das kleine Land in Zentralamerika gehört in Sachen Biodiversität zur Weltspitze: Auf einer Fläche so groß wie Niedersachsen konzentriert sich ein imposanter Reichtum an Flora und Fauna – sechs Prozent der bekannten Arten sind hier zu Hause.
Costa Ricas Bewohnerinnen und Bewohner haben diese paradiesischen Verhältnisse schon seit Langem als Aufgabe verstanden: Etwa ein Drittel des Landes steht unter Naturschutz, nahezu der gesamte Strombedarf wird aus erneuerbaren Energien abgedeckt.
Und auch auf touristischem Gebiet gilt der Musterstaat als Pionier: Im Regenwald zwischen Karibik- und Pazifikküste verbinden Ökolodges bereits seit vielen Jahren Umweltbewusstsein und Luxus miteinander. Wobei Luxus häufig für Natur pur steht.
Das Lebensgefühl Pura Vida lässt sich nirgendwo besser erleben als an der Karibikküste von Costa Rica.
So wie in der Selva Bananito Lodge in der Provinz Limón im Südosten des Landes mit ihren 17 Cabinas auf Stelzen, die allesamt aus Abfallholz ins Grüne gebaut wurden. Komfort ohne elektrischen Strom: Das Wasser für die Dusche wird von der Sonne erwärmt.
Und wenn nach 18 Uhr die Tropennacht beginnt, erhellen Kerzen und Fackeln das Gelände. Auch die Zimmer – auf einer Seite offen – sorgen für eine urwüchsige Atmosphäre. Nur ein Moskitonetz über dem Bett trennt die Übernachtungsgäste vom Dschungel. Abends knurren die Baumfrösche, morgens übernehmen die Brüllaffen den Weckdienst und die Zikaden sorgen für den typischen Regenwaldsound.
Die Bungalows der Selva Bananito Lodge in der Provinz Limón sind allesamt aus Abfallholz in den Regenwald gebaut.
Die Lodge gehört Jürgen Stein. Ebenso das 840 Hektar große Primärwaldreservat am Río Bananito, in dem die Ökounterkunft steht. Der 56-Jährige, der das Gebiet von seinem Vater geerbt hat, sieht Umweltschutz als seine Lebensaufgabe. Täglich überfliegt er mit seinem Tragschrauber das grüne Biotop, hält nach Bränden Ausschau oder überführt illegale Holzfäller. Manchmal nimmt Stein auch Gäste mit und erklärt ihnen in 400 Meter Höhe, warum die Quellen seines Reservats für die Trinkwasserversorgung von rund 100.000 Menschen sorgen.
„Wenn wir diesen Wald nicht erhalten, wird in 50 Jahren kein einziger Tropfen Wasser mehr bei den Menschen ankommen“, ruft er in sein Headset. Dann zieht er eine enge Kurve und steuert den Zweisitzer über die Baumkronen hinweg zu seiner kleinen Graspiste, auf der das Gefährt sanft ausrollt.
Nachhaltigkeit – das ist das Thema, das Stein umtreibt. „Die Einnahmen aus den Gästeflügen fließen alle in die verschiedenen Schutz- und Aufforstungsprojekte“, erzählt der umtriebige Mann, der auch Reittouren, Wasserfallabenteuer mit Abseilen, Vogelbeobachtungen und Regenwaldwanderungen anbietet.
Jürgen Stein überfliegt täglich mit seinem Tragschrauber sein grünes Biotop und nimmt auch Reisende mit.
Giftpfeilfrosch und Tukan, Blattschneideameise und Brüllaffe – wildes Leben direkt vor der Haustür. Zu den Tieren hat Stein, dessen Großvater in den Wirren der Weimarer Republik nach Kolumbien ausgewandert war, ein „ganz natürliches Verhältnis. Und zwar mit viel Abstand, um deren Lebensraum zu respektieren.“
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Er ärgert sich vor allem über Leute, die mit Futter locken, und über zudringliche Hobbyfotografinnen und -fotografen: „Ich wünschte mir, dass die Faultiere und Affen die distanzlosen Menschen mit Stöcken und Steinen bewerfen, damit die endlich kapieren, dass sie den Tieren zu sehr auf den Pelz rücken.“
Obwohl Costa Rica nur fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählt und der Staat weite Gebiete des Landes unter Naturschutz gestellt hat, kommen sich Mensch und Tier immer wieder zu nah. Vor allem die Faultiere, die sich gern an den Stromleitungen durch luftige Höhe schieben. Nicht selten erleiden sie bei einem Stromschlag schwere Verletzungen.
Alles Fälle für das Jaguar Rescue Center an der Karibikküste, das zwischen Cocles und Playa Chiquita liegt. Freiwillige kümmern sich in der kleinen Arche Noah um verletzte oder verlassene Tiere, pflegen sie, um sie – wenn möglich – später wieder auszuwildern. 2008 hat das spezielle Hospital mit einem verwaisten Jaguarbaby begonnen, heute werden auf dem Gelände rund 350 verschiedene Arten aufgepäppelt: Zu den Patienten gehören Kapuzineraffen, Schildkröten, Wildkatzen, Papageien und Tukane.
Zu den tierischen Bewohnern des Jaguar Rescue Centers an der Karibikküste gehören nicht nur Wildkatzen, sondern auch Papageien.
Der auffällige Tukan mit seinem farbenprächtigen Schnabel ist übrigens nicht der Nationalvogel Costa Ricas. Die eher bescheidenen und fleißigen Einheimischen haben sich stattdessen für die braungraue Gilbdrossel entschieden, die für ihren schönen Gesang bekannt ist.
Passend dazu lautet in Costa Rica das Lebensmotto Pura Vida. Wörtlich übersetzt heißt es so viel wie pures Leben, aber eigentlich steckt eine ganze Lebenseinstellung dahinter. Pura Vida bedeutet Leichtigkeit und Friedfertigkeit. Es steht auch für ein Land, das 1948 seine Armee abgeschafft hat und im World Happiness Report regelmäßig auf einem der vorderen Plätze auftaucht.
Pura Vida passt als Gruß, aber auch als Abschied, als Antwort auf die Frage, wie es einem geht, aber auch als Entschuldigung oder Ausdruck der Freude. Es beschreibt die karibische Gelassenheit im Osten, das pazifische Surferparadies im Westen und die Abenteuerspielplätze im Regenwald, die Schwindelfreien zum Beispiel eine rasant-fröhliche Fahrt zwischen den Baumwipfeln versprechen.
Rasant: Edgar Blanco saust an der Zipline im Braulio-Carrillo-Nationalpark durch die grüne Landschaft.
Wie beispielsweise im Braulio-Carrillo-Nationalpark, nur einen Tagesausflug von der Hauptstadt San José entfernt. Bei der Canopy-Tour geht es hier an zehn stabilen Seilen von Plattform zu Plattform über das dichte Blätterdach hinweg.
Ein Abenteuer mit Adrenalinkick, das auch helfen soll, den Reiseverkehr in Schwung zu bringen. „9 Prozent der Einnahmen macht Costa Rica mit dem Tourismus“, erklärt Edgar Blanco, der im Nationalpark den Einweiser und Vorflieger gibt. „Amigos“, ruft er lachend in voller Fahrt, „Amigos, diese Zipline steht für die Hoffnung von Costa Rica! Pura Vida!“
Anreise: Von Frankfurt am Main gibt es Direktflüge in die Hauptstadt San José in Costa Rica.
Einreise: Es besteht keine Visumspflicht. Der Pass muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.
Beste Reisezeit: In der Trockenzeit von Dezember bis April gibt es am Pazifik meist nur wenig Niederschläge, während es in der Regenzeit von Mai bis November täglich einige Stunden regnen kann. An der Karibikküste ist es umgekehrt. Die Temperaturen liegen im Tiefland das ganze Jahr über zwischen 28 und 40 Grad Celsius, im Hochland zwischen fünf und 20 Grad.
Attraktionen: Jaguar Rescue Center: Villas del Caribe, Limón Provinz, Punta Cocles; geöffnet täglich 9 bis 13 Uhr; Erwachsene zahlen etwa 26 Euro, Kinder unter zehn Jahren haben freien Eintritt. Zipline im Braulio-Carrillo-Nationalpark: Quebrada Gonzalez, Carr. San José Limón KM 2, Heredia Provinz; Erwachsene zahlen 54 Euro, Fünf- bis Zwölfjährige 38 Euro.
Währung: Die offizielle Währung ist der Colón. Viele Preise werden allerdings in Dollar ausgezeichnet. 1 Dollar sind rund 617 Colón. Kreditkarten werden überall akzeptiert.
Die Reise wurde unterstützt vom Costa Rica Tourism Board. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.
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